Zur Aufklärung: beim South by Southwest (SXSW) handelt es sich um das größte Musik-Messe/Festival der USA, das jährlich im März in Austin, Texas stattfindet. An vier Tagen spielen in Austin in diesem Jahr über 1.800 Bands verteilt auf mehreren Bühnen in der Stadt. (Zusätzlich gibt es übrigens auch noch ein Film– sowie das Interactive-Festival.) Wie in jedem Jahr gibt es auch diesmal zahlreiche Gratis-MP3-Downloads der auftretenden Bands auf der Website. Die vielen vielen Künstler sind hier alphabetisch aufgelistet und teilweise eben mit MP3s ausgestattet. Da gibt es schon die ein oder andere Perle zu entdecken bzw. altbekanntes wiederzuentdecken. So sind z.B. auch die gerade von mir entdeckten White Lies mit einer Download-Möglichkeit ihres Songs „Death“ vetreten. Weitere Download-Empfehlungen folgen.
Weiße Lügen. Werden Lügen, wenn sie „weiß“ sind, wenn sie aus der Not geboren sind, reiner, weniger schlimm und können sogar gut und hilfreich sein? Und werden Bands weil sie vom NME und der gesamten Insel gehypt werden, weniger hörenswert?
Nicht unbedingt. Dieser Hype strafft uns in diesem Fall keine Lügen, wie ich zumindest finde. Es benötigte zwar einige Zeit, bis mich diese Band gepackt hatte, aber nun haben sie mich.
Das düster schöne Bild, welches von der Band überall im Netz zu sehen ist (z.B. hier), machte mich jedes Mal wieder neugierig und jetzt habe ich mir endlich genügend Zeit genommen, mich mit der Band zu befassen und nicht nur kurz reinzuhören, wie bereits vor einiger Zeit z.B. in das Kanye West Cover „Love Lockdown“
Die Stimme von Harry McVeigh, die dunkle Grundstimmung des Synthie-Pops, die an Interpol, die Editors und immer wieder an Joy Division erinnert, all das, macht die White Lies aus. In UK hat ihr Debut-Album „To lose my life“, welches am 19. Januar veröffentlicht wurde, sofort die Chartspitze erreicht. In Deutschland folgt die offizielle Veröffentlichung erst am 20. März. Aber bis dahin werde ich wohl nicht warten und der Dinge ausharren. Da gibt es ja den einen oder anderen netten Online-Händler, den ich für einen UK-Import heranziehen kann…
Also schon mal vorgemerkt und aufgepasst: die White Lies, hier mit „Farewell to the Fairground“. Der Song steigert sich übrigens etwas zum Ende hin, bitte daher nicht zu früh aufgeben und abknicken. Keep on running…
(via Stereogum)
Und ich habe ihn mir tatsächlich angeschaut, den Bundesvision Song Contest, zumindest die Darbietungen aller Künstler. Die Entscheidung, die ja sowieso schon im Vorfeld klar war (Glückwunsch an Peter Fox), habe ich dann nicht mehr abgewartet und mich lieber ins Nachtleben gestürzt. Interessant ist jedoch, dass unser Herr Olli Schulz, der vor einiger Zeit ja noch lieber Urin trinken wollte, als bei Stefan Raab aufzutreten, es zumindest auf den fünften Platz geschafft hat. An Platz 1 und 2 gibt es nichts zu mäkeln. Die Dresdner von Polarkreis 18 hatten durch ihren Hit „Allein Allein“ bereits einen kleinen Bekanntheits-Vorsprung erreichen können, überzeugten aber auch mit ihrer ausgefallenen Performance zu „The colour of snow“.
Olli Schulz verzichtete auf die große Show und wirkte sehr charmant mit seiner Laien-Tanzgruppe, die sich über das Internet bewerben konnte und dem Publikum „Bibo“, „Ufo“ und „Grobi“ bot. So bescheuert er auch ist, mit ein paar Bier intus, wird dieses Lied wohl tatsächlich zum „ersten Ballermann-Hit, der von jemandem mit einem Schulabschluss geschrieben wurde“.
Das haste hinbekommen lieber Olli und auch Hamburg damit würdig vertreten. Dennoch greif ich lieber auf dein altes und natürlich auch bald sonstiges neues Material („Es brennt so schön“) zurück. Ich erinnere z.B. mal an „Und dann schlägt dein Herz“. Und live biste ja sowieso einmalig, ich durfte schon viele lustige Konzerte mit dir erleben. Vielleicht folgt ja bald schon das nächste: am 01.05. im Grünspan.
In diesem Song liegt mal wieder sehr viel Seele des Herrn Doherty, aber ein Unterschied zu einem Babyshambles-Song ist naja… nicht wirklich erkennbar. Irgendwie haben ja auch wieder fast alle Babyshambles Bandkollegen mitgemischt, sowohl Mik Whitnall, Adam Ficek als auch Drew McConell haben scheinbar am Album mitgearbeitet. Zusätzlich wurden diese dann übrigens noch von Graham Coxon unterstützt.
Bald also erscheint dann tatsächlich das Album. Hier beim NME, die Pete(r) Doherty derzeit kräftig featuren, können auch noch drei weitere Songs gestreamt werden, wie z.b. das grandiose „The Last of the English Roses“:
Nachdem Peter seine Soloplatte dann im März ausreichend vermarktet und live präsentiert hat, hoffen und bangen wir weiterhin auf einen gelungenen Konzertabend der Babyshambles in Hamburg im Mai.
(via tonspion & lie in the sound)
Von dem Cover zu „Tiger Mountain Peasant Song“ der Fleet Foxes verzaubert, versuchte ich schon damals mehr über diese junge Band aus Schweden zu erfahren.
Aufgrund des unsagbar ungünstigen Namens ließ sich nur allerlei Erste Hilfe Krams und nicht so viel über Klara and Johanna Söderberg herausfinden. Bei Consequence of Sound wurde ich nun wieder an das Duo erinnert.
Die beiden Schwestern aus Schweden (man beachte: Jahrgang 1990 und 1993!) begannen im Jahr 2007 erste Songs zu schrieben, nachdem Klara im Alter von 13 ihre erste Gitarre geschenkt wurde. Im April 2008 veröffentlichte das schwedische Label Rabid Records, ihre Debut EP „Drunken Trees“. Diese wird nun von Wichita Recordings im Februar re-released und enthält einige Bonus-Tracks, darunter auch das Fleet Foxes Cover. Die EP passt perfekt in das Regal neben Fleet Foxes, Bright Eyes, Bon Iver etc. Mein Regal wartet also nur sehnsüchtig auf dieses neue Klangmaterial. Und das Schöne: im September veröffentlichen die Beiden dann ihr Debut-Album. Wir können also gespannt sein.
Bald ist es nun aber soweit – am 13. Februar wird die Compilation endlich käuflich zu erwerben sein. Über die letzten Wochen hinweg, seit Bekanntgabe der Tracklist am Welt-Aids-Tag, wurden zumindest regelmäßig neue Songs als Stream auf der myspace-Seite zur Verfügung gestellt. So konnte man sich bereits erste Höreindrücke von dem hochkarätig besetzten Benefiz-Album verschaffen.
Die Künstler verzichten wie üblich auf ihre Einkünfte, die in die AIDS-Hilfe der Red Hot Organization gehen werden. Diese haben es sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe der Popkultur einen Beitrag für den Kampf gegen die Krankheit AIDS zu leisten. Bisher hat die Organisation immerhin bereits 7 Millionen Dollar verteilt und veröffentlicht hiermit bereits die 20.Compilation.
| Initiiert und zusammengestellt wurde das Doppelalbum übrigens von Aaron und Bryce Dessner, dem ein oder anderen auch als Zwillingspaar von The National bekannt.
Insgesamt hat es wohl drei Jahre gedauert, die Künstler zu überzeugen und im Studio zusammenzubringen. Das Ergebnis, soweit ich bereits beurteilen kann, ist aller Ehren wert. Ich konnte mich nur schwer für drei Songs für das Widget entscheiden. Die gesamte Tracklist findet ihr anbei bzw. auf Dark was the night. Oder macht es einfach wie ich und bestellt gleich das Doppelalbum, in meinem Fall auf Vinyl. |
Disc One:
01. Knotty Pine – Dirty Projectors + David Byrne
02. Cello Song – The Books featuring Joses Gonzalez
03. Train Song – Feist and Ben Gibbard
04. Brackett, WI – Bon Iver
05. Deep Blue Sea – Grizzly Bear
06. So Far Around The Bend – The National
07. Tightrope – Yeasayer
08. Feeling Good – My Brightest Diamond
09. Dark Was The Night – Kronos Quartet
10. I Was Young When I Left Home – Antony with Bryce Dessner
11. Big Red Machine – Justin Vernon + Aaron Dessner
12. Sleepless – The Decemberists
13. Die – Iron & Wine
14. Service Bell – Grizzly Bear + Feist
15. You Are The Blood – Sufjan Stevens
Disc Two:
16. Well-Alright – Spoon
17. Lenin – Arcade Fire
18. Mimizan – Beirut
19. El Caporal“ – My Morning Jacket
20. Inspiration Information – Sharon Jones & the Dap-Kings
21. With A Girl Like You – Dave Sitek
22. Blood Pt. 2 – Buck 65 Remix (featuring Sufjan Stevens and Serengeti)
23. Hey, Snow White – The New Pornographers
24. Gentle Hour – Yo La Tengo
25. Amazing Grace – Cat Power
26. Happiness – Riceboy Sleeps
27. Another Saturday – Stuart Murdoch
28. The Giant Of Illinois“ – Andrew Bird
29. Lua – Conor Oberst with Gillian Welch
30. When The Road Runs Out – Blonde Redhead & Devastations
31. Love Vs. Porn – Kevin Drew
Eigentlich ganz passend diese beiden Alben zusammen zu entdecken, da „The Stage Names“ 2007 ursprünglich als Doppel-Album geplant war. Klugerweise entschied sich Will Sheff, die 20 Songs auf zwei Alben aufzuteilen. Wer braucht schon ein Doppel-Album? Durch den gleichen Entstehungszeitpunkt erkennt man jedoch Parallelen. Die Musik ist poppiger, direkter, lebendiger als die früheren düster-dichten Folk-Rock-Songs, aber dennoch von melancholischen Texten durchzogen. Will’s lyrische Geschichten (von Songtexten kann man hier teilweise gar nicht mehr sprechen) werden begleitet von wunderschönen Melodien, zahlreichen Instrumenten und tollen Arrangements, von Folk, über Country bis hin zum schmissigen Rock.
Begeistert hat mich auch das Cover-Artwork von William Shaff. Großartiger Künstler. Da erfreut es mich umso mehr, dass ich zumindest eines der Alben bereits auf Platte habe und somit in Großformat bewundern kann.
Natürlich möchte ich euch an dieser Stelle mit einem Hörbeispiel beglücken. Da ich das großartige „Lost Coastlines“ bereits an anderer Stelle eingebunden hatte, hier nun die Solo-Acoustic Version von „Girl in Port“.
Die einzigartige Stimme von Isaac Slade trägt dazu bei, dass die vier Jungens von mir Beachtung erlangen und nicht zu sehr in die „Pop- und ist doch alles das gleiche Coldplay-Gedudel-Ecke“ einsortiert werden. Dieser Song, besser gesagt die Acoustic-Version zu „You found me“, die ich gerade bei Raised on Indie gefunden habe, hat mich berührt. Vielleicht bin ich auch einfach gerade in der Stimmung dazu.
Den eifrigen Lost-Guckern werden die Melodien längst bekannt sein, denn The Fray stifteten hiermit den Soundtrack für die neue Lost-Staffel. Nach der Verwendung von „How to Save a life“ für Grey’s Anatomie und Scrubs ist dies wohl der nächste große Coup für die vier Herren, deren Album „The Fray“ am 03.02. erschienen ist.
„We are the Blood Arm from Hell and I am Satan.“ So wurden wir von den Rock ’n‘ Rollern von The Blood Arm zum Auftakt der Jägermeister Rockliga im Grünspan begrüßt. Wenn das kein Rock ’n‘ Roll ist, dann weiß ich auch nicht. Nathaniel Fregoso versteht es mit seiner Großspurigkeit das Publikum zu unterhalten. Das verspricht schon der bisher wohl bekannteste Song „Suspicious Character (I like all the girls and all the girls like me)“. So flirtet er wild mit den Mädels aus dem Publikum, begibt sich diverse Male von der Bühne ins Publikum, bringt zumindest den vorderen Teil dazu sich für einen halben Song niederzusetzen und erklimmt schließlich auch noch die Bar, marschiert darauf herum und stibitzt sich schließlich eine Flasche, aus der er genüßlich einen Schluck nimmt.
Der Auftritt ist ein Hingucker. Durch die Bühnenpräsenz machen sie einige musikalische Schwächen wett. Denn die Musik als Unterhaltungsfaktor allein ist… naja… passabel – eine Mischung aus Indie, Garage Punk und Rock ’n‘ Roll. Dancefloor-Hits wie das „Do I have your attention““ und dem besagten „Suspicious Charakter“ reihen sich in weitere mittelmäßige Songs ein. Leider befürchte ich auch, dass die Show jedes Mal in jeder Stadt, bei jedem Gig ähnlich ablaufen wird. Und dann kann es langweilig werden.
Bevor ich hier aber noch negativer werde, denn das will ich eigentlich gar nicht, der Auftritt hat mir schließlich gefallen, schnell mal noch das Video zu dem bekannten Hit gepostet.
Und ach ja, die anderen Bands lohnt es aus meiner Sicht gar nicht erst zu erwähnen bzw. ich kann mir auch gar kein Urteil über deren Auftritte bilden. In der Mitte des Sets von Dover haben wir den Schauplatz verlassen. Die alternden Frauen konnten wir nicht viel länger ertragen und auch die Electro-Popper um The Whip versprachen nicht unbedingt das Konzert-Highlight des Jahres zu werden. Wer weiß, vielleicht habe ich dadurch einen tollen Auftritt verpasst …oder ich bleibe einfach bei dem eingangs erwähnten Spruch: „Das Beste kommt zum Anfang“.
