Karnivool – Sound Awake

Während zuhause die Deftones rotieren, lassen mich die Herren Australier um Karnivool derzeit unterwegs nicht mehr los und wollen einfach nicht geskippt werden. „Themata“, das Album aus 2005 liegt mir leider immernoch nicht vor, allerdings wird es mir mit „Sound Awake“ nicht langweilig. Die hier in Europa noch unverständlicherweise recht unbekannten Progressive Alternative Rocker bieten ein Album mit komplexen Strukturen voller Facettenreichtum und vielfältigen Variationen. Ein ums andere mal überzeugen sie mit einer einmaligen Intensität, großartigen Spannungsbögen und einem dynamischen Songwriting, welches hier und da mit kleinen Überraschungen aufwarten lässt. Anleihen zu Tool, Porcupine Tree und Dredg mögen hier nur kurz genannt sein, können aber auch gern diskutitiert werden. Zwischen virtuosen Bombast und rockigen Elementen zeigt sich immer wieder diese Eingängigkeit, die die Songs irgendwie zu Ohrwürmern werden lässt und mich so den ganzen Tag begleiten.
Ganz großes Kopfkino. Die Musik verbildlicht sich beim Hören. Ich denke da z.B. an „Set Fire to the hive“, das an einer Stelle des Songs jeweils ein Bienenschwarm vor meinen Augen erscheinen lässt. Großartig in Szene gesetzt wird dies übrigens im dazugehörigen Video.
Die audio-visuelle Beziehung spiegelt sich bei Karnivool dabei auch in ihrem Artwork wider. So besteht das Coverbild von Sound Awake aus einem Lautsprecher und einem Auge – die Musik als Katalysator um die Augen zu öffen, die das Fenster zur Seele sind. Sound Awake.
Oft ist im Zusammenhang mit ihrem Artwork auch von Kymatik zu lesen, der Wissenschaft der Visualisierung von Klängen. Man stelle sich dazu eine flache Platte vor, die mit feinem Pulver (z.B. Sand, Zucker etc.) gleichmäßig bestreut wird. Durch Erzeugen von harmonischen Frequenzen und Schwingungen wird das Material auf der Platte verformt, allerdings nicht zufällig, sondern zu geometrischen Formen. Die Bilder im Booklet sind zwar nicht auf diese Art und Weise entstanden, allerdings passt der Ansatz grundsätzlich zu Karnivool. Dahinter steckt die Idee, dass Klänge mehr sind als wir mit den Ohren wahrnehmen können. Man fühlt sie, man kann sie sehen und sie haben eine Wirkung auf Menschen. Bei einem derartig intensiven Sounds wie dem von Karnivool kann ich dem nur zustimmen.

Related posts:

  1. Neue Klangmuster – Karnivool
  2. Collapse Under The Empire – The Sirens Sound

Tags: ,

Kommentar hinterlassen

Follow me