Neue Klangmuster – Liars

Lügen mögen mich Strafen, aber die Liars waren mir bisher unbekannt. Diese Noise-Rock-Weirdos sind irgendwie an mir vorübergegangen. Das könnte daran liegen, dass sie keine einfache Kost für die Ohren liefern und Musik an der Grenze zwischen Kunst und Wahnsinn bieten. Nicht, dass ich experimenteller Musik gegenüber nicht offen wäre. Die teilweise als unhörbar eingestuften ersten Alben der von Sänger Angus Andrew und Gitarrist Aaron Hemphill in New York gegründeten Liars haben jedoch nicht den Weg zu mir gefunden. Es ist zu lesen, dass sie z.B. mit „They Were Wrong, So We Drowned“ Leib und Seele der Zuhörer verstören. Auf Pitchfork wurde gar der Begriff „sadistisch“ zur Beschreibung der Musik herangezogen. Hierbei handelt es sich übrigens um ein Konzeptalbum, dessen Thema Hexen bzw. die Walpurgisnacht ist.
Im Verlauf ihrer Karriere wenden sie sich nun anscheinend immer mehr dem Wahnsinn ab. Mit dem dritten Album „Drum’s Not Dead“ wurde ihnen bereits bescheinigt gleichzeitig experimenteller aber auch zugänglicher zu werden. Jetzt können wir uns auf das am 5. März erscheinende fünfte Album „Sisterworld“ freuen bzw. ich freue mich die Band überhaupt erst kennenzulernen.

Den Anstoss dazu hat übrigens das Video zu „Scissors“ gegeben, welches mich restlos begeistert hat.
Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass das von Andy Bruntel gedrehte Video großartig ist und in einen Albtraum auf See entführt. Die plätschernde Ruhe und das helle Tageslicht täuschen uns am Anfang auf groteske Art und Weise eine Idylle vor, die jedoch nach einiger Zeit zerstört wird. Dies gilt ebenfalls für den Song. Der balladeske Charakter mit meditativer Wirkung wird ab der zweiten Minute von eruptiven Ausbrüchen „zerstört“. Im Zusammenspiel mit dem Video entsteht ein großartiges Werk, welches nebenbei bemerkt ebenfalls als mp3-Download zur Verfügung steht.

Wen ich jetzt von der Band begeistern konnte, wird sich freuen, dass die Liars auch bald auf Tour gehen. Von den Herren verspreche ich mir eine aufregende Live-Show. In Hamburg sind sie am 22.5. im Indra zu sehen.

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