Neue Klangmuster von Steven Wilson

Der Meister der Klänge und vor allem als Porcupine Tree-Kopf bekannte Künstler Steven Wilson trat in letzter Zeit besonders durch seine Attacken gegenüber dem MP3-Gut in Erscheinung und betätigte sich gar zerstörerisch. Ob mit dem Lötkolben, dem Hammer, der Knarre oder mit einem drüberfahrenden Auto – arme kleine iPods mussten dran glauben. Nicht dass ich Mitleid mit ihnen hätte… bisher bin ich der Apple-Manie nicht verfallen… aber ohne meinen „Nicht-Apple-MP3-Player“ könnte ich auch nicht.

Ich begrüße es jedoch, dass Steven Wilson dadurch eine Diskussion anregen und auf die Missstände des Musik-Konsums hinweisen möchte. Zu den MP3-Jüngern muss ich mich wohl auch dazu zählen: Musik wird viel über den MP3-Player mit kleinen Köpfhörern und ansonsten viel zu oft leider nur über das Notebook und furchtbar schlechte Boxen gehört. Ich möchte gar nicht erst nachschauen, wie groß mein MP3-Bestand ist, lieber erfreue ich mich z.B. an meiner seit kurzer Zeit anwachsende Vinyl-Sammlung.

Natürlich hat Steven Recht, dass MP3s nicht das gesamte Klangvolumen abbilden. In dem komprimierten Audio-Format werden redundante Frequenzen rausgefiltert. Aber waren dies nicht Audio-Signale, die der Mensch sowieso nicht wahrnehmen kann, wenn ich mich recht an meinen Multi-Media-Kurs erinnere… Ich maße mir nicht an, ein Profi auf diesem Gebiet zu sein (im Gegenteil), aber kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass der Otto-Normal-Hörer zumindest keinen Unterschied zwischen einer MP3-Datei und einer nicht durch Kompression verlustbehafteten Datei erkennen würde. Nicht umsonst haben die Entwickler psychoakustische Effekte der Wahrnehmung bei der Entwicklung ausgenutzt. Wer will von sich behaupten, dass er direkt nach lauten Geräuschen, leisere Töne genauso gut wahrnehmen kann oder Töne mit minimalsten Frequenz-Unterschieden voneinander unterscheiden kann. Belehrt mich gern eines Besseren… Ich bin natürlich sehr daran interessiert, einen guten Sound genießen und die gesamte Palette der Klangmuster wahrnehmen zu können. So, und wer schenkt mir jetzt eine neue Surround-Sound-Anlage, damit ich es lerne den Unterschied zu erkennen?

Kleiner Extrakt, nun aber zurück zum Wesentlichen: Herr Wilson und sein Solo-Material „Insurgentes“. Das Album war im November 2008 bereits als limitierte Deluxe-Mail-Order-Version verfügbar, ist seit Februar nun offiziell veröffentlicht und Ende März erscheint zusätzlich noch eine mit 2.000 Kopien limitierte Vinyl-Auflage mit 4 Bonus-Tracks. Die Preorder kann bei burningshed vorgenommen werden.

Steven legt sich mit diesem Album nicht auf einen eindeutigen Sound fest. Da ich bisher nur in den Genuss des Openers „Harmony Korine“ gekommen bin, muss ich mich auf die Worte meiner Blogger-Kollegen verlassen. So ist z.B. bei Peter von Schallgrenzen u.a. von Post-Rock, Trip-Hop, Shoegaze, psychedelischen Rock und experimentellen Klänge die Rede. Ich bin gespannt. Als Vorgeschmack kann ich das Video zu „Harmony Korine“ anbieten, welches allerdings nicht für das gesamte vielschichtige Album stehen sollte:

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Ein Kommentar zu “Neue Klangmuster von Steven Wilson”

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