Neue Klangmuster – Young The Giant

Ich neige dazu, Bands, die irgendwann Arenen füllen, nicht mehr zu mögen. Oft ist dies nicht unbegründet, da charmante Indie-Bands oder durchtriebene Rock ’n‘ Roll Musiker plötzlich Weichspülmucke spielen. Manchmal muss ich mich jedoch daran erinnern, dass die Qualität der Musik nicht vom Erfolgsgrad abhängt. Auch überdurchschnittlich erfolgreiche Bands, die in den Mainstream rutschen, können durchaus gute Musik produzieren. Jedoch allein der Gedanke in einem riesigen Stadion zu sitzen und die Band aus 100 Meter Entferung sehen zu müssen, macht mich wehmütig ob eines Rückblickes auf kleine intime Clubkonzerte, wenn ich sie denn schon erleben durfte. Bei Kings of Leon mache ich dieses Jahr eine Ausnahme und traue mich in die riesige Arena. Vielleicht auch nur um in Nachhinein sagen zu können, das war es nicht wert. Ihr neues Album ist definitiv Mainstream. Dies ist weder negativ noch positiv gemeint. Wenn man sich auf den Gedanken einlässt, ist es ein nettes Album geworden.
Lange Vorrede, kurzer Sinn. Die Band Young the Giant, die ich an dieser Stelle vorstellen möchte, wird in den Staaten bereits als die neuen Kings of Leon gehandelt. Das wäre per se für mich also kein Qualitätsmerkmal. Auf massentauglichen Stadion-Rock kann ich verzichten, wenn ich nicht mit der Band groß geworden bin. Young the Giant haben jedoch noch diesen gewissen Charme und eine Leichtigkeit, die mich überzeugt und mir Spaß macht. Ich hoffe, dass das Debut „Young the Giant“ nicht überproduziert wurde, denn was ich bisher live und in Akkustik-Sets von den Kaliforniern gehört habe, gefällt sehr. Seit dem 26. Oktober ist das Album zumindest bereits digital zu erwerben und auf ihrer Facebook-Fanpage im Stream anzuhören. Dem werde ich nun mein Gehör schenken. Wem es gefällt, dem sei mit dem Free Download von „My Body“ zusätzlich eine Freude bereitet (via indiemeute).


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2 Kommentare zu “Neue Klangmuster – Young The Giant”

  1. Also Young The Giant klingen nicht etwa schlecht, aber zu den Kings Of Leon fehlt schon noch etwas. Und so mainstreamig fand ich deren neues Album gar nicht mal, da war die Vorgängerplatte trotz oder geraden wegen toller Hymnen viel mehr an die Massen gerichtet.

  2. klangmuster sagt:

    Wenn man den Mainstream-Grad (was für ein absurder Begriff eigentlich…) anhand des Hymnen-Faktors ausmacht, geb ich dir Recht was das Vorgänger-Album von Kings of Leon anbelangt. Aber reicht das allein aus?
    Oh man, der Begriff Mainstream ist so negativ toniert , auch – oder besser gesagt besonders – von mir. Vielleicht sollte ich entsprechend betitelte Bands lieber beglückwünschen, dass sie es endlich geschafft haben ihren Traum zu verwirklichen und die Massen zu erreichen; sie jedoch gleichermaßen bedauern, weil nun die Bürde auf ihren Schultern liegt ein ähnlich erfolgreiches Album schreiben zu müssen… Diese erdrückende Last wünsch ich Young the Giant nicht.

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