Neue Klangmuster – Bersarin Quartett

Bersarin Quartett

Leichtfüßig gleitet die Musik dahin. Wie in einem Schwebezustand verharren wir einige Sekunden, Momente getrieben von einer wahnsinnigen bedrohlichen Macht, die uns nicht loslässt. Wir müssen ihr folgen, können nicht innehalten. Wir sind süchtig, süchtig nach Emotionen, die uns das Bersarin Quartett liefert. In Hülle und Fülle.
Das Cover zum gleichnamigen Album Bersarin Quartett könnte eine Geschichte erzählen. Zu welchem Song muss noch herausgefunden werden. Eines steht jedoch fest; wie kaum ein anderes Coverbild lädt es schon ungehört zum Kauf des Albums ein. Man möchte gern erfahren, was hinter diesen angsterfüllten Augen steckt. Was wurde der Hauptdarstellerin angetan, welche Grausamkeiten stehen ihr kurz bevor? Die Auflösung erfolgt nicht beim Hören des einstündigen Oeuvres. Vielmehr nimmt uns Thomas Bücker, der allein hinter dem Bersarin Quartett steht, mit auf eine Reise und konfrontiert uns mit einem wunderbaren Reigen an faszinierenden fluoresizierenden Musikwerken. Von Songs möchte ich an dieser Stelle gar nicht sprechen. Die Stücke folgen keinem festen Schemata, kein Strophe, Chorus, Bridge. Hierbei handelt es sich um Soundtracks zu noch nicht geschriebenen Geschichten, die nicht diesen strengen Regeln folgen. Das Leben ist nicht gradlinig und daher auch die dazugehörige Musik nicht.
Immer wieder reißt uns das Bersarin Quartett heraus aus einem Traum, schleudert uns in eine andere Realität, malt Bilder, erschafft Phantasien und Geschichten. Jedes Lied aufs neue hinaus. Weitab von allem Bekannten. Der Soundtrack zu… ja zu was? Diese Geschichte muss erst noch geschrieben werden. Immer mehr reizt es mich, dieser Geschichtenschreiber zu sein, packt mich die Muße und küsst mich die Muse, dann will ich gewillt sein, jedem Song ein Storyboard zu liefern. In einzelnen Episoden.
Doch eigentlich bedarf es keinem Erzählstrang. Jeder Hörer kann sich seine eigenen Geschichten ausmalen, seinen eigenen Soundtrack gestalten. Vom „Oktober“ bis zum nicht enden wollenden Winter „Es kann nicht ewig Winter sein“, „die Dinge sind nie so wie sie sind“, das Leben schreibt „Geschichten von Interesse“, „Mehr als alles andere“. Jeder kann hier ein Teil seines Lebens wiederfinden, wenn er nur zuhört. „Und die Welt steht still“.
Abschließend soll noch erwähnt sein, dass wir es Denovali verdanken können, dass das bereits 2008 veröffentlichte, längst ausverkaufte Album (Lidar Productions) neu aufgelegt wurde und auch erstmalig als Vinyl erhältlich ist.

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