Rise Against – Endgame

Nach all den netten lieben oder auch wilden zerstörerischen Tönen, die ablenken, eine angenehme Zeitvertreibung sind; nach den Geschichten über Liebe und Leid, die uns aus der Realität begleiten und uns vergessen lassen; nach all der instrumentalen Musik, wird es Zeit für etwas Musik mit Aussage, Musik, die mich aufwühlt und zum Nachdenken anregt. Dazu bietet das neue Album „Endgame“ von Rise Against eine gute Grundlage.
Das Sprachrohr Tim McIlrath prangert an und rüttelt auf ohne dabei den Zeigefinger zu hoch in die Luft zu heben. Er stellt Fragen und lädt zum Nachdenken ein. Wollten wir nicht alle einmal die Welt verändern wie es schon im Opener „Architects“ heißt: „Don’t you remember when you were young and you wanted to set the world on fire“ und „Do you still believe in all the things that you stood by before?“. So simpel aber doch so wahr, kreist er uns im Song „Satellite“ ein: „You can’t fill your cup until you empty all it has. You can’t understand what lays ahead if you don’t understand the past“. Und die Frage, die in heutigen Zeiten wohl mehr denn je in vielen Köpfen kreist wie in „Survivor Guilt“ gestellt, lautet: „All great countries are destroyed. Why not yours? How much longer do you really think your own country will last?“
Ein großes Thema beim Nachgänger von „Appeal to Reason“ ist erneut der gefühlte Ausverkauf der Band. Der Punk-Hardcore der Fat Wreck Chords-Tage liegt hinter den Jungs, aber aufgrund der Hitdichte des Albums bin ich gar nicht traurig über diese Entwicklung. Man kann schon fast von einer aufdringlichen Eingängigkeit sprechen, die den symphatischen Veganer trotzdem nicht zum Bravo-Poster-Boy verkommen lässt (trotz Album-Charteinstieg auf Platz 1 in Deutschland). Der Produzent Bill Stevenson (Black Flag, NOFX) hat dafür gesorgt, dass noch genügend Feuer vorhanden ist. So ist das bereits erwähnte „Satellite“ ein perfektes Beispiel für eine Symbiose aus Geschwindigkeit, Aggression und Ohrwurmtauglichkeit. Viele Songs wie das anfangs fast balladeske „Wait for me“, das jedoch nicht in Schnulz abdriftet, laden zum Mitsingen oder Mitgröhlen ein. Auch Metal-Elemente sind zum Beispiel in „Midnight hands“ wiederzufinden. Das schmissige „Letting Go“ und „Help is on the way“, das an die Ereignisse um New Orleans erinnert, sind weitere Anspiel-Tipps und wenn ich so weiter mache, habe ich gleich die gesamten Album-Titel aufgezählt. Also einfach Reinhören!

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