Jay Reatard Dokumentation

Wie so oft im Leben, lernt man etwas, das man verliert, erst im Verlust-Moment so richtig zu schätzen. Abgesehen davon, dass ich Jay Reatard bzw. ein Teil seines musikalischen Schaffens erst letztes Jahr kennenlernte, habe ich ihm nämlich viel zu wenig Beachtung geschenkt. Ein angedachter Blogpost wurde nie vervollständigt, markierte Links keiner Beachtung geschenkt. Immerhin schaffte es sein im August 2009 erschienenes Album „Watch me fall“ in mein Plattenregal, landete jedoch viel zu selten auf dem Plattenteller.
Erst jetzt wird dem Punk-Rocker die gebührende Ehre zu Teil. Wir wollten ihm nicht „beim Fallen zusehen“, mussten nun aber kürzlich von seinem plötzlichen Tod erfahren. Jimmy Lee Lindsey, Jr. verstarb in der Nacht des 13. Januars im Schlaf. Ich habe die romantische Vorstellung, dass er dort friedlich einschlief, um einfach nie wieder aufzuwachen. Sein Werk war vollendet, alles gesagt und getan. Mit 22 Alben und 100 Veröffentlichungen hatte er zudem schon so einiges auf dem Kerbholz. Aber mal ehrlich, im Alter von 29 Jahren? Das macht mir im gleichen Moment auch ein wenig Angst.
Mittlerweile schließen die ermittlenden Behörden Mord als Todesursache nicht mehr aus. Genaueres ist jedoch noch nicht bekannt. Jetzt brodelt allerdings die Gerüchteküche. Alte Zitate werden herausgesucht und angstgetriebene selbstzerstörerische Statements und Auftritte als Reminiszenzen an den Vollblutmusiker herausgekramt. Dabei möchte ich mich hier nur an folgendem positiven Zitat bedienen (fm4.orf.at):
“If I continue to wake up and people countinue to listen to my songs, I am the luckiest guy in the fucking world. That´s the way I look at it”…
…und euch, diejenigen, die sich näher mit Jay Reatard beschäftigen möchten, folgende Kurz-Dokumentation „Waiting for Something“ aus dem letzten Oktober ans Herz legen. Dieser Typ und Vollblutmusiker ist mir irgendwie extrem symphatisch. Verdammt schade.

Jay Reatard – Aint Gonna Save me

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