Klangmuster live – Miyagi im Haus 73

Dies bin ich ja noch schuldig: Die Auflösung der Frage, ob ich es nun kurzfristig noch zu Miyagi geschafft habe.
Ganz meiner für das vorliegende Jahr ausgerufenen Maxime „aktiv, das ist alles was zählt“, habe ich damit bereits am 17.12. begonnen.

„Aktiv“ heißt in diesem Fall, Musik aktiv live zu erleben; sich von nichts aufhalten zu lassen, wie zum Beispiel dem Fakt, dass am nächsten Tag vielleicht bereits ein weiterer Event, wie eine bis in die Nacht andauernde Weihnachtsfeier ansteht, man sowieso schon geschlaucht ist und eigentlich noch weitere Weihnachtsvorbereitungen treffen muss. Genug der Ausreden! Am Ende des Jahres will ich es nicht noch einmal erleben müssen, dass ich die besuchten Konzerte an einer bzw. na gut – gerade noch so auf die zweite gerettet – zwei Händen abzählen kann (Festivals mal ausgenommen)…Was sonst noch mit aktiv gemeint ist, wird demnächst erläutert.

Aber zurück zum Konzert von Miyagi (die übrigens momentan einen undenkbar ungünstigen Namen haben, da man bei der Suche nach der Band sehr oft auf ihre halben Namensvettern „Fujiya & Miyagi“ trifft). Dass sich Aktivität lohnt, zeigte sich auch wieder in diesem Fall:

Da Konzerte heutzutage doch immer sehr pünktlich und nach Veranstaltungskalender anfangen, hatte ich gedacht, dass ich wohl die Vorband Ikaria bereits verpassen würde. Da die Herrn Miyagi jedoch noch im Stau standen, wurde mit dem Beginn des Konzerts noch etwas gewartet und ich musste damit rechnen, noch später ins Bett zu kommen als erwartet…
Ikaria schafften es dann aber die Wartezeit auf angenehme Weise auszufüllen. Mit der Mischung aus Postrock, sowohl teils elektronischen, als auch poppigen Elementen, haben sie es irgendwann geschafft mich in den Bann zu ziehen. Dabei war ich immer wieder überrascht, wie sich die Songs nach dem oftmals leisen unsicheren Beginn des Sängers zum Ende hin aufbauten und einen großen Raum in dem kleinen Konzertsaal einnahmen.

Von Unsicherheit war bei Miyagi nie etwa zu spüren. Trotz der verspäteten Ankunft, dem fehlenden Soundcheck und dem Mangel einer Setlist, gelang es den Münsteranern durch oder mit ihren tanzbaren stakkato-lastigen Songs ihren Charme zu versprühen.

Diese Jungs sind für die Bühne geboren…

Trotzdem verlassen sie diese sehr gern während des Auftritts und vermengen sich mit dem Publikum, wie der Sänger auch diesmal eindrucksvoll bewies. Eigens dafür musste noch schnell ein längeres Mikro-Kabel besorgt werden. Legte er dann das Mikrofon aus der Hand, dann schlug mein Herz höher. Denn das hieß wieder, dass er sich nun kurz zu seinen Ursprüngen zurück besann und als ehemaliger Drummer an einem zweiten kleinen Drumkit platz nahm und uns zusammen mit Daniel Ortega mit einem Trommelwirbel erfreute.

Viele mögen sagen, die Band sei zu spät dran, nur einer der vielen Indie-Wave-Nachzügler. Vielleicht mag das stimmen, vielleicht kann ihre Platte allein nicht überzeugen. Live können Sie es allemal…

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